Im Jahr 2026 erreicht der deutsche Wohnungsmarkt neue Höchststände und bricht Rekorde. Dies gilt insbesondere für das Wachstum der Immobilienpreise. Diese steigen schneller als die Inflation und übertreffen selbst die kühnsten Prognosen. Diese Situation ist vergleichbar mit dem unberechenbaren und schwer vorhersehbaren Blackjack Spielen. Dies trifft vor allem auf die Ballungsräume zu. Hier übertreffen die Immobilienpreise alle möglichen, selbst die kühnsten, Vorhersagen. Die Lebenshaltungskosten steigen immer weiter. Möblierte Wohnungen und Kurzzeitmieten sind besonders gefragt. München bleibt Spitzenreiter dieser Entwicklung, mit Mieten von bis zu 11.124 Euro pro Quadratmeter. Noch vor wenigen Jahren oder gar Monaten wäre ein solches Wachstum unmöglich gewesen, doch heute begleitet es den Wohnungsmarkt als dessen wichtigster Indikator.
Insgesamt herrscht in Deutschland ein erheblicher Wohnungsmangel: Es fehlen 1,4 Millionen Wohnungen. Das ist eine beträchtliche Zahl, selbst im Vergleich zu Ländern, in denen der Bedarf an Wohneigentum nicht so dringlich ist. Die Deutschen gelten als besonders tolerant gegenüber Wohneigentum und werden in Europa sogar als „Mieternation“ bezeichnet, da bis zu 58 % der Bevölkerung zur Miete wohnen. Um den aktuellen Mangel zu beheben, müssen in Deutschland 400.000 Wohnungen gebaut werden, der Bauindustrieverband HDB rechnet derzeit jedoch nur mit der Hälfte. Aus diesem Grund hat Deutschland mehr Wohnungen in Neu- und Bestandsgebäuden genehmigt als im Vorjahr. Dies wird den Wohnungsmangel zwar nicht vollständig beseitigen, ihn aber deutlich lindern.
Möblierte Wohnungen werden derzeit zu überhöhten Preisen angeboten und sind gefragt, da Mieter die Nutzung dieses Service als vorteilhaft empfinden. In Großstädten macht dieser Sektor ein Viertel des Gesamtmarktes aus, in München sogar ein Drittel. Auch für möblierte Wohnungen gelten Mietpreisbindungsgesetze. Demnach darf die Nettomiete (ohne Nebenkosten) zehn Prozent der Vergleichsmieten in der Region nicht übersteigen.
Sanierungsprogramme
Timm Sassen, Gründer und Inhaber der Greyfield Group in Essen, setzt sich konsequent für den Erhalt von Wohnraum anstelle seines Abrisses ein. Er möchte die Öffentlichkeit über die Bauwirtschaft im Immobilienmarkt aufklären: „Der Bau von neuem Wohnraum ohne staatliche Förderung oder ohne Subvenzen ist ein Mythos.“ Stattdessen plädiert die Gruppe für den Erhalt und die moderate Sanierung von Wohnraum. Sassen argumentiert, dass wir uns den Bau neuer Wohnungen nicht leisten können. Die einzige Antwort auf die Frage unserer Möglichkeiten liegt in der Sanierung des Bestehenden, wodurch mehr Raum, eine höhere Lebensqualität und ein besseres Leben mit geeigneten, innovativen Materialien geschaffen werden. Dies ist unsere Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Diese Entwicklungsrichtung hat das Potenzial, das Leben in den nächsten fünf Jahren maßgeblich zu verändern.
Aktuell gibt es staatliche Förderprogramme für die Sanierung von Gebäuden vor dem Effizienzhaus-Standard. Diese Programme gehen davon aus, dass die für die Sanierung aufgewendeten Mittel das Gebäude auf einen Standard bringen, der mit modernen Gebäuden vergleichbar ist, und zur Senkung des Energiehaushalts beitragen. Durch den Austausch von Fassaden, den Austausch von Fenstern und die Installation von Energiesparmaßnahmen lässt sich der Energieverbrauch minimieren. Der Wohnzuschuss für energieeffiziente Gebäude beträgt 120.000 € für die Wohnintegrität und einen 50%igen Baukostenzuschuss von bis zu 10.000 € für Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. 4.000 € für Wohnanlagen in Mehrfamilienhäusern (der Höchstbetrag beträgt 40.000 €).).
Markus Landgraf ist seit 2022 Mitglied des Vorstands Züblin. Neben Neubauten sollte der Bestandsbau Priorität haben. Die Sanierung und Erweiterung bestehender Gebäude eröffnet neue Möglichkeiten für die Wohnraumnutzung. Bei der Kostenkalkulation sollten sowohl Nachhaltigkeitstrends als auch Lebenszyklusfaktoren berücksichtigt werden. Serienbau sollte ein zentraler Fokus sein. Er ist ein entscheidender Hebel, der bei der Bekämpfung des Mangels an bezahlbarem Wohnraum im Vordergrund stehen muss. Serienbau bietet zahlreiche Vorteile: Wohnbauprojekte können schneller realisiert werden, ohne dass die Qualität und die hohe finanzielle Zuverlässigkeit beeinträchtigt werden.

